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Renz über Schönheit - Neues, Wissenswertes und Denkwürdiges aus der Attraktivitätsforschung


Schon wieder: Schönheitscheck per Computer

Computerleute scheinen die Schönheit zu entdecken. Zwei Informatiker an einer taiwanesischen Universität haben ein Programm entwickelt, mit dem sich die Attraktivität von Gesichtern bewerten lässt - meines Wissens die dritte digitale Offensive auf das Geheimnis der Schönheit innerhalb kurzer Zeit. (Über die beiden anderen habe ich schon geschrieben).

Die Idee hinter dem aktuellen Ansatz ist folgende: Aus einem Sammelsurium an Gesichtern bilde man zwei “Prototypen” - nämlich den aus allen attraktiven Gesichtern und den aus allen unattraktiven. Diese Prototypen stellen den mathematischen Durchschnitt aus allen erhobenen Messwerten in der jeweiligen Gruppe dar. Der attraktive bzw. unattraktive Prototyp stellen damit die beiden Pole eines “Vektorraumes” dar, und je nachdem, wie nahe sich die Vektoren eines individuellen Gesichtes am einen oder am anderen Pol befindet, vergibt das Computerprogramm seine Schönheitsnoten.

Die Gretchenfrage ist dann natürlich, wie gut das Urteil des Computers zu dem von Menschen  passt … erstaunlicherweise gibt die Studie hierauf keine zufriedenstellende Antwort. Wohl war die Übereinstimmung zwischen Mensch und Maschine für den Durchschnitt der bei der Programmentwicklung verwendeten Gesichter hoch - sogar SEHR hoch (für die Profis unter uns: r = 0,89 bei weiblichen, 0,82 bei männlichen Gesichtern) - aber die eigentlich interessantere Frage, wie das Programm auf neue, unbekannte Gesichter reagiert, bleibt leider unbeantwortet.

Fazit: Gute Idee, die sogar gut zu funktionieren scheint. Ob sie dem derzeitigen “Goldstandard” an digitaler Schönheitserkennung der israelischen Gruppe um Amit Kagian das Wasser reichen kann, ist allerdings mangels verwertbarer Daten nicht festzustellen und damit bis auf Weiteres zweifelhaft.

Referenz:

F. Chang and C.-H. Chou, “A bi-prototype theory of facial attractiveness,” To Appear in Neural Computation

Das komplette Paper (als Vorabversion) ist auf der Website von Fu Chang zu finden

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Info:
Schon wieder: Schönheitscheck per Computer ist Beitrag Nr. 15
Author:
U am 3. November 2008 um 11:12
Kategorie:
Allgemein
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